Schwedische Traditionen & Kultur

Schweden hat seinen eigenen Rhythmus, und wer von außen kommt, lernt diesen Rhythmus durch die Feste kennen. Das erste war Weihnachten 2008: Stefan bemerkte, dass es in Stockholm kaum normales Tannengrün zu kaufen gab – dafür Weihnachtssterne in allen Variationen, Mistelzweige und überall Lucia-Veranstaltungen. Er besuchte den Weihnachtsmarkt in Gamla Stan und im Kungsträdgården, fotografierte den von LED-Strahlern beleuchteten Globen und schickte Bilder nach Hause.

(geschrieben am 1. Dezember 2008 von Stefan)

Im April war Valborg dran (Walpurgisnacht, 30. April): Fackelumzüge, Bühnen, Feuer an mehreren Stellen in der Stadt. Malte lag krank zu Hause, Stefan machte sich alleine auf den Weg und fotografierte die Flammen.

(geschrieben am 30. April 2009 von Stefan)

Der schwedische Nationalfeiertag (Nationaldagen, 6. Juni) wurde zum festen Ausflugstag. 2009 standen sie vor dem Königlichen Schloss, bewunderten Soldaten zu Pferde und warteten auf den Moment, in dem blaue und gelbe Luftballons in den Himmel stiegen. 2010 war der 6. Juni ein Sonntag – die Ballons fehlten, das Programm wirkte unkoordinierter. Dafür hatten viele Museen freien Eintritt.

(geschrieben am 6. Juni 2009 und 6. Juni 2010 von Malte)

Midsommar – die Sommersonnenwende um den längsten Tag des Jahres – ist das Fest schlechthin in Schweden. Stockholm leert sich fast vollständig, die Schweden ziehen zu ihren Sommerhäuschen oder feiern in Parks mit dem Midsommarbaum, frischen Erdbeeren, eingelegtem Fisch und reichlich Alkohol. 2009 fuhren Stefan und Malte in den Skansen (den großen Freilichtpark), als sie noch kein eigenes Sommerhäuschen hatten. 2010 war Midsommar ein Sonntag – die Geschäfte geschlossen, die Stadt wie ausgestorben, nur Touristen und „Gegner" des Festes blieben.

(geschrieben am 19. Juni 2009 und 28. Juni 2010 von Stefan und Malte)

Semla – das schwedische Karnevalgebäck – spaltete die Meinungen: Stefan mochte sie, Malte konnte sich nach einem Probebiss nicht anfreunden. Die Sahne hatte einen fremdartigen Beigeschmack, irgendetwas war ihr untergerührt. Die Metro widmete Semla einen zweiseitigen Test, Malte' Fazit war knapp: „Generell einen Bogen drum machen."

(geschrieben am 16. Februar 2010 von Malte)

Im Oktober 2010 dann ein kulturelles Highlight: „Mamma Mia! – The Musical" im Stockholm Globen in der englischen Version. Stefan und Malte hatten das Musical bereits auf Deutsch am Potsdamer Platz gesehen. Der Vergleich: Die schwedische Version wirkte flotter, die Dialogteile kürzer, der Gesamteindruck aber ebenso kurzweilig. Und die Bewertungen? Typisch schwedisch – erst ausgiebig loben, Kritik nur zögernd und zum Schluss.

(geschrieben am 25. Oktober 2010 von Malte)

Ein weiteres Schweden-Erlebnis: die kräftskiva, das traditionelle Krebsessen. Stefan wurde von seinem zukünftigen Arbeitgeber eingeladen. Wie man die Tierchen öffnet, um an das winzige essbare Stückchen zu kommen, wurde ihm kurz erklärt. Malte probierte ein klitzekleines Stück und war der Ansicht, das Getier könne gerne im Wasser bleiben. Dazu: schwedische Trinklieder.

(geschrieben am 8. September 2012 von Malte)